Futter: Ernährung des Hundes - eine Herausforderung?
 


Anmerkungen zur Ernährung

Besonders Welpen und Junghunde nehmen in den ersten 6 Monaten besonders schnell zu, so dass sie am Ende des 6. Monats ungefähr 70% ihrer Endgewichtes erreicht haben. Dann geht das Wachstum erheblich langsamer weiter und nach 12 Monaten haben sie ca. 94% ihres Endgewichtes erreicht.
Es ist daher unabdingbar sich rechtzeitig über Ernährung des Junghundes bis zum erwachsenen Hund zu informieren.
Der Appenzeller ist leichtfutterig und hat anscheint immer Hunger. Er benötigt aber bezogen auf seine Größe eine verhältnismäßig geringe Menge an Futter. Gerade bei geringer körperlichen Anstrengung, wie im Jugendalter und bei zu energiereicher und reichhaltigen Fütterung, ist Vorsicht geboten bzw. eher knapp zu füttern, damit die Wachstumsgeschwindigkeit nicht noch beschleunigt wird und der Hund nicht Übergewicht bekommt. Bei einer etwas eingeschränkten Fütterung mit hochwertigen Fertigfuttermitteln wirkt sich dann die etwas langsamere Wachstumsgeschwindigkeit positiv auf Knochen, Muskeln und Organe aus. Das heißt natürlich nicht, dass die Welpen groß gehungert werden sollen. Eine Unterversorgung in der Entwicklung kann später nicht mehr aufgeholt werden, weil dann der erwachsene Hund die zusätzliche Energieversorgung nur in Fett umsetzt. Diese Welpen bleiben immer kleiner, schmaler und leichter als ihre Geschwister. Erhöhter Energiegehalt bedeutet zuviel Kalorien und führt zu einer Überversorgung, die dann das Wachstum beschleinigt. Ein Welpe wird nicht fett, sondern er wächst schneller. Dagegen führt eine Überversorgung beim ausgewachenen Hund zu Übergewicht.

Energiereiches ist NICHT gleich proteinreiches Futter. Oft wird von div. Futtermittelproduzenten eine alte Studie aus dem Jahre 1971 von L. Krook "Reversibility of nutritional osteoporosis: physicochemical data on bones from an experimental study in dogs", zitiert und immer noch falsch ausgelegt. Hierbei wurden 4 Faktoren der Futterzusammensetzung verändert: Fett, Protein, Kalzium und Vitamin D, woraus dann fälschlich geschlossen wurde, dass die übermäßige Proteinversorgung ausschlaggebend, mit den negativen Auswirkungen auf die Sklettentwicklung, für ein zu schnelles Wachstum ist. Dieses Ammenmärchen hält sich, ähnlich wie die Geschichte vom Eisengehalt des Spinates.

Exkursion: Eisengehalt von Spinat. Im Jahre 1890 ermittelte der Schweizer Physiologe Gustav von Bunge den Wert von 35 mg pro 100 g , was durchaus überdurchschnittlich wäre, wenn nicht ein kleiner Versuchsfehler unterlaufen wäre. Bei diesem Wert handelt es sich um den Eisengehalt vom getrockneten Spinat, jedoch besteht Spinat zu 90% aus Wasser und damit liegt der tatsächliche Gehalt nur um ein paar Kommastellen verschoben, also bei 3,5 mg/100g. Dieser Fehler wurde zwar erst 40 Jahre später, also um 1930 herum aufgedeckt, aber dennoch ist dieser Mythos bis heute immer noch nicht gänzlich verschwunden.

 
 

Genau so hartnäckig hält sich die Fehlinformation über die Proteinversorgung beim heranwachsenden und ausgewachsenen Hund, obwohl dies schon längst durch eine Vielzahl von Gegenstudien ( Nap, Hazewinkel etc.) widerlegt wurde.

Bei qualitativ hochwertigen Futtermittel ist eine Versorgung mit allen notwendigen Nähr- und Mineralstoffen und Vitaminen gegeben. Besonders wichtig ist dabei, im Futter ein Überangebot von Kalzium (Futterkalk) zu vermeiden. Deshalb sollte bei Verwendung eines Fertigfutters darauf geachtet werden, dass das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor etwa 1,3:1 bis 1,5:1 anzustreben ist.
Die Fütterung sollte beim ausgewachsene Hund 1- 2x pro Tag sein (damit die Portionen halbiert werden), morgens gegen 8 Uhr und mittags oder nachmittags gegen 14 oder 15 Uhr, je nach individuellen Tagesablauf. Nach der Fütterung ist eine Ruhepause, von mindestens 1 Stunde vor größeren Aktivitäten, anzuraten.

Die Gewichtsentwicklung zum Ende des 12. Monats:
Hündin mit einer Widerristhöhe von 50 - 52 cm bei 22 - 23 kg, 
          ausgewachsenen Hündin von 52 - 54 cm bei 23 - 25 kg sein. 

Bei den Rüden plus 3 bis 5 kg. Hierbei sollte nicht vergessen werden, dass dann zusätzlich noch 1-2 kg Muskelmasse kommen, die erst im weiteren Verlauf der Entwicklung entstehen.

Zum Thema Tierfuttermittelindustrie ist das Buch von Hans-Ulrich Grimm s.u. absolut empfehlenswert!!!!


Meiner Meinung nach ist eine vielseitige und abwechslungsreiche Ernährung am sinnvollsten. Ich persönlich biete meinen Hunden zwei Trockenfutter von unterschiedlichen Firmen an.  Es wird selbst gekocht, besonders beliebt ist Fisch, Geflügel oder auch gebarft (B.A.R.F = Biologisch-Artgerechtes-Rohes-Futter). Besonders gerne werden auch die selbstgebackenen Leckerlis gefressen.

Kritische Tiermedizin:

"Meiner Auffassung nach gehören viele Verantwortliche der Futtermittelindustrie ins Gefängnis. 5 Jahre mindestens und ohne Bewährung."
Prof. O. Wassermann, Toxikologie Kiel, 1998

 

"Futter aus dem Supermarkt ist dazu da, um Tiere eine gewisse Zeit am Leben zu erhalten. Mehr nicht."

Elina Sistonen, Heimtierernährungsberaterin, München, 2003 


Wie bitte?

Wer sich mit dem Thema barfen näher beschäftigen möchte hier folgende Links:

 Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter, Hans-Ulrich Grimm

Ernährung Hund, Dr. vet. Ziegler

Naturnahe Ernährung für den Hund, Birgit Frost

Artgerechte Ernährung für den Hunde

Futter-Fibel , Futter-Rechner

Ernährungsberatung: Futterschüssel für den Hund

B.A.R.F-Seminare , B.A.R.F. Bücher

Internationale Tiergesundheitsmesse etc.

 

Allgemeine Beiträge

"Enzyklopädie der klinischen Diätetik des Hundes"

 

Institut für Tierernährung, Universität Zürich:

- Hundeernährung in Stichworten

- Fütterung eines alten Hundes
 
- weitere Publikationen


 

 

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